Performance‑Troubleshooting: Unterschied zwischen den Versionen

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== Allgemein ==
== Allgemein == <!--T:1-->


Im TERRA CLOUD Support erreichen uns regelmäßig Anfragen, in denen Kunden eine eingeschränkte Performance ihrer VM schildern.<br>
<!--T:2-->
In der überwiegenden Mehrheit dieser Fälle – rund 99 % – lag die Ursache letztlich innerhalb des Betriebssystems der VM.<br>
Dieser Wiki-Artikel soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme auf OS-Ebene zu erkennen und einzugrenzen.<br>
Aus diesem Grund haben wir diesem Thema einen eigenen Wiki‑Artikel gewidmet.<br>
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen optimal an unseren Support übermitteln können.
Er soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme selbstständig zu erkennen und einzugrenzen.<br>
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen, die sich nicht eigenständig lösen lassen, optimal an unseren Support übermitteln können.
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=== Onprem- vs. Cloud-Server ===
=== Onprem- vs. Cloud-Server === <!--T:3-->


<!--T:4-->
Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.<br>
Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.<br>
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.<br>
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.<br>
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Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.<br>
Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.<br>
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.<br>
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.<br>
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.<br>
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.
Aus der Praxis hat sich gezeigt, dass maximal 8 - 10 gleichzeitige Mitarbeiter sinnvoll sind.<br>
Benötigen mehr Mitarbeitende Zugriff, sollte unbedingt mehr als ein RDS‑Server bereitgestellt werden.<br>
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=== DATEV-Applikationen === <!--T:5-->


=== DATEV-Applikationen ===
<!--T:6-->
 
Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.<br>
Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.<br>
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.
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== Ursache für Performance-Probleme finden == <!--T:7-->


== Ursache für Performance-Probleme finden ==
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=== Informationen zusammentragen === <!--T:8-->


<!--T:9-->
Um die Ursache der bestehenden Performance‑Probleme zu ermitteln, sollten zunächst alle relevanten Informationen gesammelt werden:
* '''Auf welcher VM''' innerhalb des Cloud‑Pakets tritt das Verhalten auf?
* '''Seit wann''' besteht das Problem?
** '''Wann''' trat das Problem '''zuletzt''' auf?
'''
* '''Wie äußert sich''' die eingeschränkte Performance konkret?
* '''Gab es Änderungen auf Betriebssystemebene?''' (z. B. Windows‑Updates, Softwareinstallationen oder ‑deinstallationen)
* '''Wie viele Mitarbeiter''' arbeiten gleichzeitig auf der betroffenen VM?
* '''Bestehen Abhängigkeiten''' zu anderen VMs im selben Paket?
* '''Welcher VPN‑Typ''' wird verwendet?
* '''Über welches Protokoll''' greifen die Benutzer auf die VM zu?
* '''Welcher Virenschutz''' ist auf der VM aktiv?
* '''Werden DATEV‑Applikationen genutzt?'''
** Wenn ja: '''Wie viele Mitarbeitende''' arbeiten gleichzeitig damit?
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=== Informationen zusammentragen ===
==== Virenschutz ==== <!--T:10-->


Um die Ursache für die vorhandenen Performance-Probleme zu finden, sollten Sie zunächst alle notwendigen Informationen zusammentragen:<br>
<!--T:11-->
* Auf welcher VM im Cloud-Paket tritt das Verhalten genau auf?
Uns wird immer wieder berichtet, dass zusätzlich zum integrierten Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzt wird.<br>
* Seit wann tritt das Verhalten auf?
Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass '''beide Sicherheitslösungen korrekt konfiguriert''' sind, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren oder unerwünschte Effekte auf Betriebssystemebene verursachen.<br>
* Wie äußert es sich konkret?
<br>
* Wurden auf OS-Ebene Änderungen an der jeweiligen VM durchgeführt? (Windows-Updates, Software de-/installiert, ...)
Treten Performance‑Probleme in RDP‑Sitzungen auf, sollte geprüft werden, ob im verwendeten Virenschutz '''Ausnahmen für RDP‑Verbindungen''' hinterlegt wurden. <br>
* Wie viele Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig auf der jeweiligen VM?
Eine fehlende Ausnahme kann die Leistung spürbar beeinträchtigen.
* Hat die jeweilige VM Abhängigkeiten zu einer anderen VM im gleichen Paket?
* Welcher VPN-Typ wird verwendet?
* Über welches Protokoll greifen die Mitarbeiter auf die VM zu?
* Welcher Virenschutz ist auf der VM aktiv?
* Nutzen Sie auf Ihrem Server DATEV-Applikationen?
** Wenn ja wie viele Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig mit der DATEV-Applikationen?
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==== Virenschutz ====
== Ressourcen der VM mittels Ressourcenmonitor prüfen == <!--T:12-->
Kunden berichten uns immer wieder davon, dass Sie neben dem normalen Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzen.<br>
Hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, dass beide Programme richtig konfiguriert werden, damit diese sich nicht gegenseitig blockieren und Probleme auf OS-Ebene erzeugen.<br>
Bei Performance-Problemen mit RDP-Sitzungen sollte geprüft werden, ob im Virenschutz eine Ausnahme für RDP-Sitzungen definiert wurde.<br>


== Ressourcen der VM mittels Ressorucenmonitor prüfen ==
<!--T:13-->
 
Um die Ursache der Performance‑Probleme zu identifizieren, sollten Sie im nächsten Schritt die Ressourcenauslastung der VM direkt auf Betriebssystemebene prüfen.<br>
Im Anschluss sollten Sie die Ressourcen der VM auf OS-Ebene prüfen.<br>
Nutzen Sie hierfür zunächst den Windows‑Ressourcenmonitor, den Sie z.B. über die Windows‑Suche aufrufen können.<br>
Hierzu nutzen Sie bitte im ersten Schritt den Windows Ressourcenmonitor, diesen finden Sie z.B. über die Windows-Suche.<br>
<br>
In diesem haben Sie für die zentralen Ressourcen einzelne Reiter:<br>
Der Ressourcenmonitor bietet für die wichtigsten Systemressourcen eigene Reiter:
* CPU
* CPU
* Arbeitsspeicher
* Arbeitsspeicher
* Datenträger
* Datenträger
* Netzwerk
* Netzwerk
<br>
Über diese Reiter erhalten Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Auslastung.
Über die einzelnen Reiter finden weiterführende Informationen zur Auslastung.
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=== Ressourcenmonitor-CPU ===
=== CPU === <!--T:14-->


Auf der Übersicht der CPU sehen Sie alle Prozesse, welche eine Auslastung auf der CPU generieren. Achten Sie hier auf Prozesse die deutlich mehr Ressourcen nutzen, als andere und klären Sie mit Ihrem Administrator, inwieweit das normal ist.  
<!--T:15-->
Ggf. hat ein Prozess ein Problem oder der VM wurden zu wenig CPU-Ressourcen zugeteilt.
[[Datei:DE-Performance-CPU-Auslastung.jpg|700px|center|mini|ohne]]<br>
Des Weiteren können Sie hier sehen, ob die CPU mit maximaler Takt-Frequenz arbeitet.
Im CPU‑Reiter sehen Sie alle Prozesse, die Rechenleistung verbrauchen.<br>
Sollte z.B. die Energiespar-Funktion unter Windows aktiviert sein, würde die CPU nicht mit der maximalen Leistung arbeiten, was wiederum zu Performance-Problemen führen kann.
Achten Sie auf Prozesse, die '''deutlich mehr CPU‑Last''' erzeugen als andere, und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob dieses Verhalten normal ist.<br>
Auf Hyper-V-Ebene sind keine Energiespar-Modi aktiviert.
Mögliche Ursachen:
* ein Prozess hängt oder arbeitet fehlerhaft
* der VM wurden '''zu wenig vCores''' zugewiesen
Zusätzlich können Sie prüfen, ob die CPU mit der '''maximalen Taktfrequenz''' arbeitet.<br>
Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.<br>
(Hinweis: Auf Hyper‑V‑Hosts sind Energiesparmodi grundsätzlich deaktiviert.)
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=== Ressourcenmonitor-Arbeitsspeicher ===
=== Arbeitsspeicher === <!--T:16-->


Im Bereich des Arbeitsspeichers können Sie ebenfalls die aktuelle Auslastung einsehen.<br>
<!--T:17-->
Achten Sie auf Prozesse die deutlich mehr RAM-Speicher verbrauchen, als andere und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob das so in Ordnung ist.<br>
[[Datei:DE-Performance-RAM-Auslastung.jpg|700px|center|mini|ohne]] <br>
Im oberen Bereich sehen u.a. auch die Anzahl an "Harten Fehlern".<br>
Im Reiter „Arbeitsspeicher“ sehen Sie die RAM‑Auslastung der VM.<br>
Wenn hier ein Prozess viele Fehler aufweist, kann das darauf hindeuten, dass der VM zu wenig RAM zugewiesen wurde oder aber auch, dass auf Host-Ebene ein Problem vorliegt.<br>
Achten Sie auf Prozesse mit '''ungewöhnlich hohem Speicherverbrauch'''.<br>
Bei letzterem kontaktieren Sie gerne den TERRA CLOUD Support.
<br>
Im oberen Bereich finden Sie außerdem die Anzahl der „Harten Fehler“.<br>
Viele harte Fehler bei einem Prozess können darauf hindeuten, dass:
* der VM zu '''wenig RAM''' zugewiesen wurde
* oder auf dem '''Host ein Speicherproblem''' vorliegt
Bei Verdacht auf Host‑Probleme wenden Sie sich bitte an den [[Performance‑Troubleshooting#Support-Ticket_erstellen|TERRA CLOUD Support]].<br>
<br>
Zusätzlich sollten Sie die generelle '''RAM‑Auslastung''' im Blick behalten.<br>
Die durchschnittliche Auslastung sollte '''nicht über 80 %''' liegen.<br>
Werte oberhalb dieses Bereichs führen erfahrungsgemäß zu Engpässen beim Speichermanagement und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für harte Fehler sowie Performance‑Probleme.
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=== Ressourcenmonitor-Datenträger ===
=== Datenträger === <!--T:18-->


Im Bereich des Datenträgers können Sie u.a. sehen, wie hoch die Antwortzeiten der vDisk in Bezug auf einzelnen Prozessen ist.<br>
<!--T:19-->
Hier raten wir dazu die Spalte absteigend zu sortieren. Wenn Sie hier Werte höher 100 sehen, liegt ein Problem vor.<br>
[[Datei:DE-Performance-Disk-Auslastung.jpg|700px|center|mini|ohne]] <br>
Halten Sie hier Rücksprache mit Ihrem Administrator.<br>
Im Datenträger‑Reiter können Sie u. a. die '''Antwortzeiten der vDisk''' pro Prozess einsehen.<br>
Außerdem können Sie die Zeit mit max. Aktivität des Datenträgers sehen.<br>
Sortieren Sie die Spalte am besten '''absteigend'''.<br>
Ist dieser Wert dauerhaft über 80 %, ist Ihre vDisk zu stark ausgelastet.<br>
<br>
Ursache hierfür kann sein, dass Sie Standard-Storage gebucht haben, aber die VM Performance-Storage benötigt.<br>
Wichtige Hinweise:
Hierzu würden auch Diskfehler-Meldungen mit ID 153 und/oder 11 im Windows Event-Log geloggt werden.
* Antwortzeiten '''> 10-15 ms''' deuten auf ein Problem hin
* Die Anzeige '''„Zeit mit max. Aktivität“''' sollte '''nicht dauerhaft über 80 %''' liegen
Ist die vDisk dauerhaft überlastet, kann dies bedeuten, dass statt Standard‑Storage '''Performance‑Storage''' erforderlich ist.<br>
Typische Begleiterscheinungen wären Disk‑Fehler im Windows‑Eventlog (ID '''153''' oder '''11''').
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=== Ressourcenmonitor-Netzwerk ===
=== Netzwerk === <!--T:20-->


In der Netzwerk-Übersicht sehen Sie die generelle Netzwerk-Auslastung, auch sortiert nach Prozessen.<br>
<!--T:21-->
Wenn ein Prozess deutlich mehr Netzwerk-Ressourcen benötigt als andere, kann das ein Indiz dafür sein,<br>
[[Datei:DE-Performance-Netzwerk-Auslastung.jpg|700px|center|mini|ohne]] <br>
dass dieser eine Prozess die Bandbreite blockiert, was nach außen als Performance-Probleme wahrgenommen werden kann.<br>
Im Netzwerk‑Reiter sehen Sie die aktuelle Netzwerkauslastung, ebenfalls sortierbar nach Prozessen.<br>
Ein klassisches Beispiel wäre hier das TERRA CLOUD Backup, was zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt wird und dabei einen Großteil der Bandbreite benötigt,<br>
Benötigt ein einzelner Prozess ungewöhnlich viel Bandbreite, kann dies die Performance anderer Benutzer beeinträchtigen.<br>
sofern nicht anderweitig konfiguriert.<br>
<br>
Ein typisches Beispiel ist das '''TERRA CLOUD Backup''', das zu bestimmten Zeiten einen Großteil der Bandbreite beanspruchen kann – sofern dies nicht anders konfiguriert wurde.
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== Support-Ticket erstellen ==
== Support-Ticket erstellen == <!--T:22-->


Sollte die Ursache nicht auf OS-Ebene gefunden werden, können Sie gerne ein Support-Ticket erstellen.<br>
<!--T:23-->
Hierzu nutzen Sie entweder das [https://manage.terracloud.de TERRA CLOUD Technical Center] oder schreiben Sie eine Mail an [mailto:support@terracloud.de support@terracloud.de].<br>
Sollte sich die Ursache der Performance‑Probleme nicht auf Betriebssystemebene feststellen lassen, wenden Sie sich an den Support.<br>
Wir benötigen von Ihnen den Namen der betroffenen VM, die Bestellnummer und die Infos zu den o.g. Fragen.<br>
Nutzen Sie hierfür entweder das [https://manage.terracloud.de TERRA CLOUD Technical Center] oder senden Sie eine E‑Mail an [mailto:support@terracloud.de support@terracloud.de].
<br>
Für die Bearbeitung benötigen wir folgende Informationen:
* den Namen der betroffenen VM
* die Bestellnummer
* die Antworten zu den [[Performance‑Troubleshooting#Ursache_für_Performance-Probleme_finden|oben genannten Fragen]]
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Aktuelle Version vom 21. Mai 2026, 09:37 Uhr

Allgemein

Dieser Wiki-Artikel soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme auf OS-Ebene zu erkennen und einzugrenzen.
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen optimal an unseren Support übermitteln können.

Onprem- vs. Cloud-Server

Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.
Cloud‑Server hingegen lassen sich sehr fein granuliert dimensionieren, was dazu führt, dass viele Kunden ihren Cloud‑Instanzen dieselben oder sogar weniger Ressourcen zuweisen als ihren On‑Premise‑Systemen.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich um Shared‑Infrastrukturen handelt.
Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.

DATEV-Applikationen

Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.

Ursache für Performance-Probleme finden

Informationen zusammentragen

Um die Ursache der bestehenden Performance‑Probleme zu ermitteln, sollten zunächst alle relevanten Informationen gesammelt werden:

  • Auf welcher VM innerhalb des Cloud‑Pakets tritt das Verhalten auf?
  • Seit wann besteht das Problem?
    • Wann trat das Problem zuletzt auf?

  • Wie äußert sich die eingeschränkte Performance konkret?
  • Gab es Änderungen auf Betriebssystemebene? (z. B. Windows‑Updates, Softwareinstallationen oder ‑deinstallationen)
  • Wie viele Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig auf der betroffenen VM?
  • Bestehen Abhängigkeiten zu anderen VMs im selben Paket?
  • Welcher VPN‑Typ wird verwendet?
  • Über welches Protokoll greifen die Benutzer auf die VM zu?
  • Welcher Virenschutz ist auf der VM aktiv?
  • Werden DATEV‑Applikationen genutzt?
    • Wenn ja: Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig damit?

Virenschutz

Uns wird immer wieder berichtet, dass zusätzlich zum integrierten Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzt wird.
Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Sicherheitslösungen korrekt konfiguriert sind, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren oder unerwünschte Effekte auf Betriebssystemebene verursachen.

Treten Performance‑Probleme in RDP‑Sitzungen auf, sollte geprüft werden, ob im verwendeten Virenschutz Ausnahmen für RDP‑Verbindungen hinterlegt wurden.
Eine fehlende Ausnahme kann die Leistung spürbar beeinträchtigen.

Ressourcen der VM mittels Ressourcenmonitor prüfen

Um die Ursache der Performance‑Probleme zu identifizieren, sollten Sie im nächsten Schritt die Ressourcenauslastung der VM direkt auf Betriebssystemebene prüfen.
Nutzen Sie hierfür zunächst den Windows‑Ressourcenmonitor, den Sie z.B. über die Windows‑Suche aufrufen können.

Der Ressourcenmonitor bietet für die wichtigsten Systemressourcen eigene Reiter:

  • CPU
  • Arbeitsspeicher
  • Datenträger
  • Netzwerk

Über diese Reiter erhalten Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Auslastung.

CPU


Im CPU‑Reiter sehen Sie alle Prozesse, die Rechenleistung verbrauchen.
Achten Sie auf Prozesse, die deutlich mehr CPU‑Last erzeugen als andere, und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob dieses Verhalten normal ist.
Mögliche Ursachen:

  • ein Prozess hängt oder arbeitet fehlerhaft
  • der VM wurden zu wenig vCores zugewiesen

Zusätzlich können Sie prüfen, ob die CPU mit der maximalen Taktfrequenz arbeitet.
Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.
(Hinweis: Auf Hyper‑V‑Hosts sind Energiesparmodi grundsätzlich deaktiviert.)

Arbeitsspeicher


Im Reiter „Arbeitsspeicher“ sehen Sie die RAM‑Auslastung der VM.
Achten Sie auf Prozesse mit ungewöhnlich hohem Speicherverbrauch.

Im oberen Bereich finden Sie außerdem die Anzahl der „Harten Fehler“.
Viele harte Fehler bei einem Prozess können darauf hindeuten, dass:

  • der VM zu wenig RAM zugewiesen wurde
  • oder auf dem Host ein Speicherproblem vorliegt

Bei Verdacht auf Host‑Probleme wenden Sie sich bitte an den TERRA CLOUD Support.

Zusätzlich sollten Sie die generelle RAM‑Auslastung im Blick behalten.
Die durchschnittliche Auslastung sollte nicht über 80 % liegen.
Werte oberhalb dieses Bereichs führen erfahrungsgemäß zu Engpässen beim Speichermanagement und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für harte Fehler sowie Performance‑Probleme.

Datenträger


Im Datenträger‑Reiter können Sie u. a. die Antwortzeiten der vDisk pro Prozess einsehen.
Sortieren Sie die Spalte am besten absteigend.

Wichtige Hinweise:

  • Antwortzeiten > 10-15 ms deuten auf ein Problem hin
  • Die Anzeige „Zeit mit max. Aktivität“ sollte nicht dauerhaft über 80 % liegen

Ist die vDisk dauerhaft überlastet, kann dies bedeuten, dass statt Standard‑Storage Performance‑Storage erforderlich ist.
Typische Begleiterscheinungen wären Disk‑Fehler im Windows‑Eventlog (ID 153 oder 11).

Netzwerk


Im Netzwerk‑Reiter sehen Sie die aktuelle Netzwerkauslastung, ebenfalls sortierbar nach Prozessen.
Benötigt ein einzelner Prozess ungewöhnlich viel Bandbreite, kann dies die Performance anderer Benutzer beeinträchtigen.

Ein typisches Beispiel ist das TERRA CLOUD Backup, das zu bestimmten Zeiten einen Großteil der Bandbreite beanspruchen kann – sofern dies nicht anders konfiguriert wurde.

Support-Ticket erstellen

Sollte sich die Ursache der Performance‑Probleme nicht auf Betriebssystemebene feststellen lassen, wenden Sie sich an den Support.
Nutzen Sie hierfür entweder das TERRA CLOUD Technical Center oder senden Sie eine E‑Mail an support@terracloud.de.
Für die Bearbeitung benötigen wir folgende Informationen: