Performance‑Troubleshooting: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Ressourcenmonitor-Datenträger ===
=== Ressourcenmonitor-Datenträger ===


Im Bereich des Datenträgers können Sie u.a. sehen, wie hoch die Antwortzeiten der vDisk in Bezug auf einzelnen Prozessen ist.<br>
Im Datenträger‑Reiter können Sie u. a. die '''Antwortzeiten der vDisk''' pro Prozess einsehen.<br>
Hier raten wir dazu die Spalte absteigend zu sortieren. Wenn Sie hier Werte höher 100 sehen, liegt ein Problem vor.<br>
Sortieren Sie die Spalte am besten '''absteigend'''.<br>
Halten Sie hier Rücksprache mit Ihrem Administrator.<br>
<br>
Außerdem können Sie die Zeit mit max. Aktivität des Datenträgers sehen.<br>
Wichtige Hinweise:
Ist dieser Wert dauerhaft über 80 %, ist Ihre vDisk zu stark ausgelastet.<br>
* Antwortzeiten '''> 100 ms''' deuten auf ein Problem hin
Ursache hierfür kann sein, dass Sie Standard-Storage gebucht haben, aber die VM Performance-Storage benötigt.<br>
* Rücksprache mit dem Administrator ist dann sinnvoll
Hierzu würden auch Diskfehler-Meldungen mit ID 153 und/oder 11 im Windows Event-Log geloggt werden.
* Die Anzeige '''„Zeit mit max. Aktivität“''' sollte '''nicht dauerhaft über 80 %''' liegen
Ist die vDisk dauerhaft überlastet, kann dies bedeuten, dass statt Standard‑Storage '''Performance‑Storage''' erforderlich ist.<br>
Typische Begleiterscheinungen wären Disk‑Fehler im Windows‑Eventlog (ID '''153''' oder '''11''').
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=== Ressourcenmonitor-Netzwerk ===
=== Ressourcenmonitor-Netzwerk ===



Version vom 6. Mai 2026, 10:20 Uhr

Allgemein

Im TERRA CLOUD Support erreichen uns regelmäßig Anfragen, in denen Kunden eine eingeschränkte Performance ihrer VM schildern.
In der überwiegenden Mehrheit dieser Fälle – rund 99 % – lag die Ursache letztlich innerhalb des Betriebssystems der VM.
Aus diesem Grund haben wir diesem Thema einen eigenen Wiki‑Artikel gewidmet.
Er soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme selbstständig zu erkennen und einzugrenzen.
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen, die sich nicht eigenständig lösen lassen, optimal an unseren Support übermitteln können.

Onprem- vs. Cloud-Server

Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.
Cloud‑Server hingegen lassen sich sehr fein granuliert dimensionieren, was dazu führt, dass viele Kunden ihren Cloud‑Instanzen dieselben oder sogar weniger Ressourcen zuweisen als ihren On‑Premise‑Systemen.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich um Shared‑Infrastrukturen handelt.
Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.
Aus der Praxis hat sich gezeigt, dass maximal 8 - 10 gleichzeitige Mitarbeiter sinnvoll sind.
Benötigen mehr Mitarbeitende Zugriff, sollte unbedingt mehr als ein RDS‑Server bereitgestellt werden.

DATEV-Applikationen

Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.

Ursache für Performance-Probleme finden

Informationen zusammentragen

Um die Ursache der bestehenden Performance‑Probleme zu ermitteln, sollten zunächst alle relevanten Informationen gesammelt werden:

  • Auf welcher VM innerhalb des Cloud‑Pakets tritt das Verhalten auf?
  • Seit wann besteht das Problem?
  • Wie äußert sich die eingeschränkte Performance konkret?
  • Gab es Änderungen auf Betriebssystemebene? (z. B. Windows‑Updates, Softwareinstallationen oder ‑deinstallationen)
  • Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig auf der betroffenen VM?
  • Bestehen Abhängigkeiten zu anderen VMs im selben Paket?
  • Welcher VPN‑Typ wird verwendet?
  • Über welches Protokoll greifen die Benutzer auf die VM zu?
  • Welcher Virenschutz ist auf der VM aktiv?
  • Werden DATEV‑Applikationen genutzt?
    • Wenn ja: Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig damit?

Virenschutz

Kunden berichten uns immer wieder, dass sie zusätzlich zum integrierten Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzen.
Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Sicherheitslösungen korrekt konfiguriert sind, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren oder unerwünschte Effekte auf Betriebssystemebene verursachen.

Treten Performance‑Probleme in RDP‑Sitzungen auf, sollte geprüft werden, ob im verwendeten Virenschutz Ausnahmen für RDP‑Verbindungen hinterlegt wurden. Eine fehlende Ausnahme kann die Leistung spürbar beeinträchtigen.

Ressourcen der VM mittels Ressorucenmonitor prüfen

Um die Ursache der Performance‑Probleme zu identifizieren, sollten Sie im nächsten Schritt die Ressourcenauslastung der VM direkt auf Betriebssystemebene prüfen.
Nutzen Sie hierfür zunächst den Windows‑Ressourcenmonitor, den Sie z.B. über die Windows‑Suche aufrufen können.

Der Ressourcenmonitor bietet für die wichtigsten Systemressourcen eigene Reiter:

  • CPU
  • Arbeitsspeicher
  • Datenträger
  • Netzwerk


Über diese Reiter erhalten Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Auslastung.

Ressourcenmonitor-CPU

Im CPU‑Reiter sehen Sie alle Prozesse, die Rechenleistung verbrauchen.
Achten Sie auf Prozesse, die deutlich mehr CPU‑Last erzeugen als andere, und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob dieses Verhalten normal ist.
Mögliche Ursachen:

  • ein Prozess hängt oder arbeitet fehlerhaft
  • der VM wurden zu wenig vCores zugewiesen

Zusätzlich können Sie prüfen, ob die CPU mit der maximalen Taktfrequenz arbeitet. Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.
(Hinweis: Auf Hyper‑V‑Hosts sind Energiesparmodi grundsätzlich deaktiviert.)

Ressourcenmonitor-Arbeitsspeicher

Im Reiter „Arbeitsspeicher“ sehen Sie die RAM‑Auslastung der VM.
Achten Sie auf Prozesse mit ungewöhnlich hohem Speicherverbrauch und klären Sie dies bei Bedarf mit Ihrem Administrator.

Im oberen Bereich finden Sie außerdem die Anzahl der „Harten Fehler“.
Viele harte Fehler bei einem Prozess können darauf hindeuten, dass:

  • der VM zu wenig RAM zugewiesen wurde
  • oder auf dem Host ein Speicherproblem vorliegt

Bei Verdacht auf Host‑Probleme wenden Sie sich bitte an den TERRA CLOUD Support.

Ressourcenmonitor-Datenträger

Im Datenträger‑Reiter können Sie u. a. die Antwortzeiten der vDisk pro Prozess einsehen.
Sortieren Sie die Spalte am besten absteigend.

Wichtige Hinweise:

  • Antwortzeiten > 100 ms deuten auf ein Problem hin
  • Rücksprache mit dem Administrator ist dann sinnvoll
  • Die Anzeige „Zeit mit max. Aktivität“ sollte nicht dauerhaft über 80 % liegen

Ist die vDisk dauerhaft überlastet, kann dies bedeuten, dass statt Standard‑Storage Performance‑Storage erforderlich ist.
Typische Begleiterscheinungen wären Disk‑Fehler im Windows‑Eventlog (ID 153 oder 11).

Ressourcenmonitor-Netzwerk

In der Netzwerk-Übersicht sehen Sie die generelle Netzwerk-Auslastung, auch sortiert nach Prozessen.
Wenn ein Prozess deutlich mehr Netzwerk-Ressourcen benötigt als andere, kann das ein Indiz dafür sein,
dass dieser eine Prozess die Bandbreite blockiert, was nach außen als Performance-Probleme wahrgenommen werden kann.
Ein klassisches Beispiel wäre hier das TERRA CLOUD Backup, was zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt wird und dabei einen Großteil der Bandbreite benötigt,
sofern nicht anderweitig konfiguriert.

Support-Ticket erstellen

Sollte die Ursache nicht auf OS-Ebene gefunden werden, können Sie gerne ein Support-Ticket erstellen.
Hierzu nutzen Sie entweder das TERRA CLOUD Technical Center oder schreiben Sie eine Mail an support@terracloud.de.
Wir benötigen von Ihnen den Namen der betroffenen VM, die Bestellnummer und die Infos zu den o.g. Fragen.