Performance‑Troubleshooting: Unterschied zwischen den Versionen
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Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.<br> | |||
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Version vom 6. Mai 2026, 10:16 Uhr
Allgemein
Im TERRA CLOUD Support erreichen uns regelmäßig Anfragen, in denen Kunden eine eingeschränkte Performance ihrer VM schildern.
In der überwiegenden Mehrheit dieser Fälle – rund 99 % – lag die Ursache letztlich innerhalb des Betriebssystems der VM.
Aus diesem Grund haben wir diesem Thema einen eigenen Wiki‑Artikel gewidmet.
Er soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme selbstständig zu erkennen und einzugrenzen.
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen, die sich nicht eigenständig lösen lassen, optimal an unseren Support übermitteln können.
Onprem- vs. Cloud-Server
Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.
Cloud‑Server hingegen lassen sich sehr fein granuliert dimensionieren, was dazu führt, dass viele Kunden ihren Cloud‑Instanzen dieselben oder sogar weniger Ressourcen zuweisen als ihren On‑Premise‑Systemen.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich um Shared‑Infrastrukturen handelt.
Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.
Aus der Praxis hat sich gezeigt, dass maximal 8 - 10 gleichzeitige Mitarbeiter sinnvoll sind.
Benötigen mehr Mitarbeitende Zugriff, sollte unbedingt mehr als ein RDS‑Server bereitgestellt werden.
DATEV-Applikationen
Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.
Ursache für Performance-Probleme finden
Informationen zusammentragen
Um die Ursache der bestehenden Performance‑Probleme zu ermitteln, sollten zunächst alle relevanten Informationen gesammelt werden:
- Auf welcher VM innerhalb des Cloud‑Pakets tritt das Verhalten auf?
- Seit wann besteht das Problem?
- Wie äußert sich die eingeschränkte Performance konkret?
- Gab es Änderungen auf Betriebssystemebene? (z. B. Windows‑Updates, Softwareinstallationen oder ‑deinstallationen)
- Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig auf der betroffenen VM?
- Bestehen Abhängigkeiten zu anderen VMs im selben Paket?
- Welcher VPN‑Typ wird verwendet?
- Über welches Protokoll greifen die Benutzer auf die VM zu?
- Welcher Virenschutz ist auf der VM aktiv?
- Werden DATEV‑Applikationen genutzt?
- Wenn ja: Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig damit?
Virenschutz
Kunden berichten uns immer wieder, dass sie zusätzlich zum integrierten Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzen.
Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Sicherheitslösungen korrekt konfiguriert sind, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren oder unerwünschte Effekte auf Betriebssystemebene verursachen.
Treten Performance‑Probleme in RDP‑Sitzungen auf, sollte geprüft werden, ob im verwendeten Virenschutz Ausnahmen für RDP‑Verbindungen hinterlegt wurden. Eine fehlende Ausnahme kann die Leistung spürbar beeinträchtigen.
Ressourcen der VM mittels Ressorucenmonitor prüfen
Um die Ursache der Performance‑Probleme zu identifizieren, sollten Sie im nächsten Schritt die Ressourcenauslastung der VM direkt auf Betriebssystemebene prüfen.
Nutzen Sie hierfür zunächst den Windows‑Ressourcenmonitor, den Sie z.B. über die Windows‑Suche aufrufen können.
Der Ressourcenmonitor bietet für die wichtigsten Systemressourcen eigene Reiter:
- CPU
- Arbeitsspeicher
- Datenträger
- Netzwerk
Über diese Reiter erhalten Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Auslastung.
Ressourcenmonitor-CPU
Im CPU‑Reiter sehen Sie alle Prozesse, die Rechenleistung verbrauchen.
Achten Sie auf Prozesse, die deutlich mehr CPU‑Last erzeugen als andere, und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob dieses Verhalten normal ist.
Mögliche Ursachen:
- ein Prozess hängt oder arbeitet fehlerhaft
- der VM wurden zu wenig vCores zugewiesen
Zusätzlich können Sie prüfen, ob die CPU mit der maximalen Taktfrequenz arbeitet.
Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.
(Hinweis: Auf Hyper‑V‑Hosts sind Energiesparmodi grundsätzlich deaktiviert.)
Ressourcenmonitor-Arbeitsspeicher
Im Bereich des Arbeitsspeichers können Sie ebenfalls die aktuelle Auslastung einsehen.
Achten Sie auf Prozesse die deutlich mehr RAM-Speicher verbrauchen, als andere und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob das so in Ordnung ist.
Im oberen Bereich sehen u.a. auch die Anzahl an "Harten Fehlern".
Wenn hier ein Prozess viele Fehler aufweist, kann das darauf hindeuten, dass der VM zu wenig RAM zugewiesen wurde oder aber auch, dass auf Host-Ebene ein Problem vorliegt.
Bei letzterem kontaktieren Sie gerne den TERRA CLOUD Support.
Ressourcenmonitor-Datenträger
Im Bereich des Datenträgers können Sie u.a. sehen, wie hoch die Antwortzeiten der vDisk in Bezug auf einzelnen Prozessen ist.
Hier raten wir dazu die Spalte absteigend zu sortieren. Wenn Sie hier Werte höher 100 sehen, liegt ein Problem vor.
Halten Sie hier Rücksprache mit Ihrem Administrator.
Außerdem können Sie die Zeit mit max. Aktivität des Datenträgers sehen.
Ist dieser Wert dauerhaft über 80 %, ist Ihre vDisk zu stark ausgelastet.
Ursache hierfür kann sein, dass Sie Standard-Storage gebucht haben, aber die VM Performance-Storage benötigt.
Hierzu würden auch Diskfehler-Meldungen mit ID 153 und/oder 11 im Windows Event-Log geloggt werden.
Ressourcenmonitor-Netzwerk
In der Netzwerk-Übersicht sehen Sie die generelle Netzwerk-Auslastung, auch sortiert nach Prozessen.
Wenn ein Prozess deutlich mehr Netzwerk-Ressourcen benötigt als andere, kann das ein Indiz dafür sein,
dass dieser eine Prozess die Bandbreite blockiert, was nach außen als Performance-Probleme wahrgenommen werden kann.
Ein klassisches Beispiel wäre hier das TERRA CLOUD Backup, was zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt wird und dabei einen Großteil der Bandbreite benötigt,
sofern nicht anderweitig konfiguriert.
Support-Ticket erstellen
Sollte die Ursache nicht auf OS-Ebene gefunden werden, können Sie gerne ein Support-Ticket erstellen.
Hierzu nutzen Sie entweder das TERRA CLOUD Technical Center oder schreiben Sie eine Mail an support@terracloud.de.
Wir benötigen von Ihnen den Namen der betroffenen VM, die Bestellnummer und die Infos zu den o.g. Fragen.
