Performance‑Troubleshooting

Aus TERRA CLOUD WIKI

Allgemein

Dieser Wiki-Artikel soll Ihnen dabei helfen, mögliche Performance‑Probleme auf OS-Ebene zu erkennen und einzugrenzen.
Am Ende des Artikels finden Sie zudem Hinweise, wie Sie Performance‑Anfragen optimal an unseren Support übermitteln können.

Onprem- vs. Cloud-Server

Server, die beim Kunden vor Ort betrieben werden, weisen in der Regel eine eher geringe Auslastung auf.
Daher werden dort häufig mehrere Anwendungen oder zusätzliche Windows‑Server‑Rollen/-Features parallel installiert.
Cloud‑Server hingegen lassen sich sehr fein granuliert dimensionieren, was dazu führt, dass viele Kunden ihren Cloud‑Instanzen dieselben oder sogar weniger Ressourcen zuweisen als ihren On‑Premise‑Systemen.
Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass es sich um Shared‑Infrastrukturen handelt.
Das bedeutet: Mehrere Kunden teilen sich dieselben physischen Ressourcen.
Aus diesem Grund ist die Leistungsfähigkeit eines lokalen Servers nicht direkt mit der eines Cloud‑Servers vergleichbar.
Gerade im Bereich der Terminal‑Server empfehlen wir daher, nicht zu viele Mitarbeiter gleichzeitig auf einer einzelnen Instanz arbeiten zu lassen.
Aus der Praxis hat sich gezeigt, dass maximal 8 - 10 gleichzeitige Mitarbeiter sinnvoll sind.
Benötigen mehr Mitarbeiter parallel Zugriff, sollte unbedingt mehr als ein RDS‑Server bereitgestellt werden.

DATEV-Applikationen

Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass pro DATEV‑Benutzer ein vCore auf der VM eingeplant werden sollte.
Im Zweifel empfehlen wir daher, die Standard CPU mit mehr vCores und etwas geringerem Takt zu wählen, um für alle DATEV‑Benutzer ausreichend CPU‑Ressourcen bereitstellen zu können.

Ursache für Performance-Probleme finden

Informationen zusammentragen

Um die Ursache der bestehenden Performance‑Probleme zu ermitteln, sollten zunächst alle relevanten Informationen gesammelt werden:

  • Auf welcher VM innerhalb des Cloud‑Pakets tritt das Verhalten auf?
  • Seit wann besteht das Problem?
  • Wie äußert sich die eingeschränkte Performance konkret?
  • Gab es Änderungen auf Betriebssystemebene? (z. B. Windows‑Updates, Softwareinstallationen oder ‑deinstallationen)
  • Wie viele Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig auf der betroffenen VM?
  • Bestehen Abhängigkeiten zu anderen VMs im selben Paket?
  • Welcher VPN‑Typ wird verwendet?
  • Über welches Protokoll greifen die Benutzer auf die VM zu?
  • Welcher Virenschutz ist auf der VM aktiv?
  • Werden DATEV‑Applikationen genutzt?
    • Wenn ja: Wie viele Mitarbeitende arbeiten gleichzeitig damit?

Virenschutz

Uns wird immer wieder berichtet, dass zusätzlich zum integrierten Windows Defender einen weiteren Virenschutz einsetzt wird.
Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Sicherheitslösungen korrekt konfiguriert sind, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren oder unerwünschte Effekte auf Betriebssystemebene verursachen.

Treten Performance‑Probleme in RDP‑Sitzungen auf, sollte geprüft werden, ob im verwendeten Virenschutz Ausnahmen für RDP‑Verbindungen hinterlegt wurden.
Eine fehlende Ausnahme kann die Leistung spürbar beeinträchtigen.

Ressourcen der VM mittels Ressourcenmonitor prüfen

Um die Ursache der Performance‑Probleme zu identifizieren, sollten Sie im nächsten Schritt die Ressourcenauslastung der VM direkt auf Betriebssystemebene prüfen.
Nutzen Sie hierfür zunächst den Windows‑Ressourcenmonitor, den Sie z.B. über die Windows‑Suche aufrufen können.

Der Ressourcenmonitor bietet für die wichtigsten Systemressourcen eigene Reiter:

  • CPU
  • Arbeitsspeicher
  • Datenträger
  • Netzwerk

Über diese Reiter erhalten Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Auslastung.

CPU

Im CPU‑Reiter sehen Sie alle Prozesse, die Rechenleistung verbrauchen.
Achten Sie auf Prozesse, die deutlich mehr CPU‑Last erzeugen als andere, und klären Sie mit Ihrem Administrator, ob dieses Verhalten normal ist.
Mögliche Ursachen:

  • ein Prozess hängt oder arbeitet fehlerhaft
  • der VM wurden zu wenig vCores zugewiesen

Zusätzlich können Sie prüfen, ob die CPU mit der maximalen Taktfrequenz arbeitet.
Ist z. B. der Windows‑Energiesparmodus aktiv, wird die CPU gedrosselt – was zu Performance‑Einbußen führt.
(Hinweis: Auf Hyper‑V‑Hosts sind Energiesparmodi grundsätzlich deaktiviert.)

Arbeitsspeicher

Im Reiter „Arbeitsspeicher“ sehen Sie die RAM‑Auslastung der VM.
Achten Sie auf Prozesse mit ungewöhnlich hohem Speicherverbrauch.

Im oberen Bereich finden Sie außerdem die Anzahl der „Harten Fehler“.
Viele harte Fehler bei einem Prozess können darauf hindeuten, dass:

  • der VM zu wenig RAM zugewiesen wurde
  • oder auf dem Host ein Speicherproblem vorliegt

Bei Verdacht auf Host‑Probleme wenden Sie sich bitte an den TERRA CLOUD Support.

Zusätzlich sollten Sie die generelle RAM‑Auslastung im Blick behalten.
Die durchschnittliche Auslastung sollte nicht über 80 % liegen.
Werte oberhalb dieses Bereichs führen erfahrungsgemäß zu Engpässen beim Speichermanagement und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für harte Fehler sowie Performance‑Probleme.

Datenträger

Im Datenträger‑Reiter können Sie u. a. die Antwortzeiten der vDisk pro Prozess einsehen.
Sortieren Sie die Spalte am besten absteigend.

Wichtige Hinweise:

  • Antwortzeiten > 10-15 ms deuten auf ein Problem hin
  • Die Anzeige „Zeit mit max. Aktivität“ sollte nicht dauerhaft über 80 % liegen

Ist die vDisk dauerhaft überlastet, kann dies bedeuten, dass statt Standard‑Storage Performance‑Storage erforderlich ist.
Typische Begleiterscheinungen wären Disk‑Fehler im Windows‑Eventlog (ID 153 oder 11).

Netzwerk

Im Netzwerk‑Reiter sehen Sie die aktuelle Netzwerkauslastung, ebenfalls sortierbar nach Prozessen.
Benötigt ein einzelner Prozess ungewöhnlich viel Bandbreite, kann dies die Performance anderer Benutzer beeinträchtigen.

Ein typisches Beispiel ist das TERRA CLOUD Backup, das zu bestimmten Zeiten einen Großteil der Bandbreite beanspruchen kann – sofern dies nicht anders konfiguriert wurde.

Support-Ticket erstellen

Sollte sich die Ursache der Performance‑Probleme nicht auf Betriebssystemebene feststellen lassen, wenden Sie sich an den Support.
Nutzen Sie hierfür entweder das TERRA CLOUD Technical Center oder senden Sie eine E‑Mail an support@terracloud.de.
Für die Bearbeitung benötigen wir folgende Informationen: